Aus Bundesliga ist Deutsche Tischtennis-Liga (DTTL) geworden Neumüller:
Wir müssen Tischtennis kompakter und attraktiver präsentieren

Name, Spielplan, Auftritt, Präsentation und Bildschirm-Präsenz – mit der Umbenennung der bisherigen Bundesliga in Deutsche Tischtennis Liga (DTTL) sind zahlreiche Änderungen im Erscheinungsbild der höchsten deutschen Spielklasse einher gegangen und noch viel mehr Hoffnungen auf einen künftig höheren Stellenwert verbunden.
Der wichtigste Unterschied zur jüngeren Vergangenheit ist die Rückkehr des Liga-Geschehens auf den Bildschirm im Free-TV. Das DSF berichtet seit Saisonbeginn Mitte August in einem DTTL-Magazin während der Hauptrunde nach Spieltagen immer dienstags ab 14.00 Uhr in einer 30-minütigen Sendung vom Liga-Geschehen und strahlt von den Play-offs an vier Samstagen jeweils 60-minütige Zusammenfassungen aus. Durch die regelmäßige Präsenz im Fernsehen kombiniert mit der kostenlosen Berichterstattung von allen Spielen im Internet auf www.dttl.tv steigen die Chancen für den Tischtennis-Sport, neue Zielgruppen zu erreichen und potenzielle Sponsoren von den Erfolgsmöglichkeiten eines Engagements in der schnellsten Rückschlagsportart der Welt überzeugen zu können.
Der neue Name DTTL ist denn auch mehr als nur ein Etikettenwechsel. Der gesamte Auftritt der Liga nämlich erscheint alleine schon dadurch professioneller, das in allen Hallen nun ein TV- und zuschauerfreundlicher Boden vorhanden ist. Darüber hinaus stimmten sich die Klubs ohne überzogene Rücksichten auf eigene Zwänge so miteinander auf Spieltermine ab, dass der Terminplan nahezu komplett entzerrt werden konnte und nun im Sinne der Internet-Übertragungen von jedem Match in Bundesliga-Wochen an fast allen Tagen Spiele umfasst. Dazu bemühen sich die Vereine, ihre Partien moderner als bisher zu präsentieren – Tischtennis in der DTTL soll künftig überall ein richtiger Event sein.
Die Initialzündung für die einschneidenden Veränderungen war der große Erfolg der Liveübertragungen von den Play-offs der vergangenen Saison im Internet. Der Zuspruch verdeutlichte das große Potenzial, das Tischtennis beim breiten Publikum besitzt – wenn das Angebot stimmt. Die anschließende Sommerpause nutzten die Vereine in Zusammenarbeit mit der Münchner contenthouse GmbH des früheren Premiere-Sportchefs Benno Neumüller zur Entwicklung eines Konzeptes, durch das Tischtennis mittel- und langfristig tatsächlich eine größere Bedeutung erreichen kann.
Das Team des andro Newsletters sprach mit contenthouse-Geschäftsführer Benno Neumüller über die neue Situation.

 

Herr Neumüller, die Deutsche Tischtennis Liga hat einen guten Start in die erhoffte neue Ära gefeiert. Besonders die Schlagerpartie des ersten Spieltages zwischen Borussia Düsseldorf und dem TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell sorgte durch den neuen Liga-Zuschauerrekord von 4200 Zuschauern und die Auftritte von populären Unterhaltungskünstlern vor und während des Spiels für viel Aufsehen. Ist die Inszenierung von Tischtennis-Spielen als Event für die DTTL der Weg in die Zukunft?

Ja, so muss man es sehen. Düsseldorf war ein Exempel dafür, in welcher Art und Weise Tischtennis künftig präsentiert werden sollte. Das war wirklich optimal: Die Halle hatte ein geeignetes Fassungsvermögen und ließ dadurch eine phantastische Atmosphäre entstehen, die für eine attraktive Präsentation des Spiels einfach unverzichtbar ist. Außerdem stimmte die Mischung aus Sport und Unterhaltung. Tischtennis muss in diesen Bereichen eben auch die Erfahrungen der großen Sportarten für sich nutzen.

 

Das Match in Düsseldorf war ausdrücklich als ein Pilotprojekt deklariert. Wann aber werden diese Präsentationsformen in der DTTL ein Standard?


Das sind Prozesse, die sicher nicht von heute auf morgen abgeschlossen sein werden. Klar ist aber: Wenn Tischtennis wirklich auf die große Bühne will, muss dieser Standard einfach gesetzt werden.

 

Trotz der Begeisterung über den erfolgreichen Verlauf der Veranstaltung in Düsseldorf kam unmittelbar nach Spielende schon eine Diskussion über weitere Reformen auf. Wie stehen Sie dazu?


Man kann nur einen Schritt nach dem anderen machen, aber Tischtennis hat immerhin schon einmal den richtigen Weg eingeschlagen. Es bedarf noch viel harter Arbeit, bis wir alle da sind, wo wir hin möchten. Ich persönlich empfinde beispielsweise noch als eine große Schwäche, dass bei DTTL-Spielen an zwei Tischen parallel gespielt wird. Man muss aber generell schauen, was man tun kann, um die bisher manchmal vier Stunden und länger dauernden Veranstaltungen kompakter und damit attraktiver zu präsentieren.

 

Ihre Firma contenthouse hat in Verhandlungen mit dem DSF die Installierung eines regelmäßigen DTTL-Magazins im Programm und damit die von vielen Fans herbei gesehnte Rückkehr des Tischtennis-Sports ins Free-TV erreichen können. Welche Bedeutung hat das für den Tischtennis-Sport, dürfen die Fans in Zukunft sogar noch auf eine Ausweitung des Angebotes hoffen?


Das DTTL-Magazin im DSF ist ein Anfang nach Jahren, in denen Tischtennis praktisch ja völlig von der Mattscheibe verschwunden war. Der Anfang mit der ersten Sendung war mit über 60.000 Zuschauern in der Spitze für einen Dienstagnachmittag auch wirklich ein großer Erfolg! Wir müssen alle gemeinsam daran arbeiten, dass wir dieses Produkt qualitativ hochwertig gestalten. Dann ist es nur eine Frage der Zeit, dass wir bessere, längere und vielleicht sogar eines Tages Live-Sendezeiten bekommen können.


Kurz vor Saisonbeginn hatten Sie durch den Verzicht auf ursprünglich angekündigte Abonnementgebühren für die Nutzung Ihres Internet-Angebotes bei den Fans für große Freude gesorgt. Was hat Sie zu dem Kurswechsel veranlasst?


Bei allen Gedanken darüber, wie wir unseren ernormen Aufwand refinanzieren können, stand für uns immer das Ziel im Vordergrund, zunächst möglichst viele Zuschauer für unser Angebot zu gewinnen. Aus diesem Grund haben wir diese unternehmerische Entscheidung getroffen, und das unternehmerische Risiko trage ich auch. Für uns war und ist ein guter Start des gesamten Projektes wichtiger als die Möglichkeit, direkt Geld verdienen zu können.

andro Newsletter
andro FUTURE-CHAMP global junior support program